Carbon Recovery Akademie Teil 1

Carbon Recovery Akademie Teil 1:
Ein Beitrag für eine nachhaltigere Gesellschaft

Claus Lamer (Geschäftsentwicklung & Vertrieb, Carbon Recovery) befasst sich in der „Carbon Recovery Akademie“ mit relevanten Nachhaltigkeitsthemen. Das Team von Carbon Recovery bekennt sich zu seiner Verantwortung für die kommende Generation und schafft ihren nachhaltigen Beitrag mit dem Geschäftsmodell. Jede Woche wird ein neues spannendes Thema erklärt.

Altreifen

Fahrzeug-Reifen sind hochkomplexe und unverzichtbare Produkte im privaten und öffentlichen Verkehr. Sie sind für hohe Sicherheit, hohen Fahrkomfort und niedrigen Treibstoffverbrauch mitverantwortlich. Sie müssen hoher mechanischer Beanspruchung, Hitze, Kälte, Nässe und der Sonneneinwirkung (UV-Strahlen) standhalten. Sie sollen praktisch unverwüstlich sein.

Die Entsorgung und Verwertung von Altreifen stellt daher eine Herausforderung an die Abfallwirtschaft dar. Sie brauchen viel Platz, lassen sich bei Feuer (das enorme Umweltschäden verursacht) kaum löschen und bräuchten weit über 100 Jahre um „zu verrotten“.

Für die Produktion eines Neureifens, der rund 10kg wiegt, werden über 40kg Rohstoffe und natürliche Ressourcen verbraucht. Zusätzlich liegt das Treibhauspotenzial eines Neureifens bei 21 kg CO2 (equ.). Die 1,5 Milliarden Reifen, die weltweit jährlich produziert und verkauft werden, kosten daher (zumindest) den Gegenwert von 50 Milliarden Kilogramm mineralischer, fossiler und nachwachsender Rohstoffe.

Abgesehen vom Stahl, den man relativ leicht wiedergewinnen und wiederverwerten kann, bestehen Altreifen im Wesentlichen aus 60% Gummi und 30 -35% festem Kohlenstoff (Carbon Black). Die komplexen Kohlenstoff-Verbindungen der verschiedenen Gummiarten mit Carbon Black (und anderen Zuschlagstoffen) lassen sich nur durch Verschwelungsprozesse (Pyrolyse) bei rund 500 °C – binnen weniger Minuten – umweltfreundlich zerlegen.

Dabei gewinnt man wertvollen Industrieruß (das sog. recovered oder Pyrolyse Carbon Black), Kraftstoffe und Chemikalien die direkt oder indirekt wieder in den Produktionskreislauf von technischen Gummiprodukten und Reifen einfließen können.

Die Pyrolyse von gebrauchten Autoreifen trägt daher zu einer nachhaltigeren Gesellschaft bei. Außerdem hat dieses Verfahren weit weniger Auswirkungen auf das Klima als die Herstellung von Autoreifen auf der Basis völlig neu hergestellter Materialien. (©Universität Twente in Holland und Continental AG in Deutschland)

Nächste Woche geht es spannend weiter. Claus beantwortet die Frage: „Was ist Bio an einem Reifen?“ (Spoiler Alert: ziemlich viel sogar )